Comics richtig lesen (Bildnachweis: Carlsen)© Carlsen Comics

Comics: Die neunte Kunst

"Zu räumlichen Sequenzen angeordnete, bildliche oder andere Zeichen, die Informationen vermitteln und/oder eine ästhetische Wirkung beim Betrachter erzielen sollen." (Scott McCloud, 1994, S. 17)

In seinem Artikel "bande dessinée" für die "Grande Éncyclopédie" bezeichnete Francis Lacassin Comics 1972 als "neuvième art" - als "neunte Kunst" (so wie übrigens auch der Film in Frankreich als "siebte Kunst" anerkannt ist). Und in Deutschland? Exemplarisch finden sich im Nachschlagewerk "Medien von A-Z" (2006) des renommierten Hans-Bredow-Instituts zwar Einträge zu den (Print-)Medientypen Buch, Zeitschrift und Zeitung - aber eben nichts zum Stichwort Comics oder "Heftchen". Bezeichnenderweise gibt es für diese Kunstform auch kein deutsches Wort. Zur mangelnden Anerkennung haben leider sicher auch die "Schund und Schmutz"-Kampagnen und -Gesetze beigetragen (doch dazu demnächst einmal mehr).

Die Welt der Comics ist auf jeden Fall vielfältig und hat deutlich mehr zu bieten als die - zumindest in meiner Kindheit - beliebten "Micky Maus"- und "Fix und Foxi"-Heftchen oder die franko-belgischen Comics "Asterix" (René Goscinny & Albert Uderzo) und "Tim und Struppi" (Hergé). Das wurde mir 1993 deutlich, als ich die Ausstellung "Direktcolorierung, Meisterwerke des neuen französischen Comics" im Rahmen des 1. Internationalen Comic-Salon Hamburg besuchte.

Während meiner Freiburger Zeit habe ich mich dann verstärkt mit Comics auseinander gesetzt: Sonja Wehberg hat mich auf Neil Gaimans Serie "The Sandman" aufmerksam gemacht (danke!). Christian "Dschieses" Frank vom Freiburger Comic- und Spieleladen "Ratzfatz" hat mir viele interessante US-Neuerscheinungen empfohlen, darunter auch die Gesamtausgabe von Alan Moores Graphic Novel "From Hell" (danke!). Seitdem lese ich die meisten anglo-amerikanischen Comics übrigens in der Originalfassung. Und durch Karina habe ich die italienische Horror-Serie "Dylan Dog" kennengelernt.

Im Bereich "Comics" möchte ich Sie daher in loser Folge auf einige meiner Lieblingsserien und -autoren aufmerksam machen, z.B. die US-Serien "Bone" von Jeff Smith, "Fables" von Bill Willingham oder "Preacher" von Garth Ennis. Nicht zu vergessen z.B. auch die Graphic Novel "From Hell" von Alan Moore oder die Comic-Autobiographie "Persepolis" von Marjane Satrapi (siehe hierzu auch meine "Kino & Curriculum"-Ausgabe zum Film).

Den Anfang aber macht Neil Gaiman.

P.S.: Allen, die (noch) keinen Zugang zum Thema "Comics" haben, empfehle ich zur Einführung z.B. "50 Klassiker Comics" von Andreas C. Knigge, der einen schönen Überblick über die Vielfalt dieser Kunstform präsentiert (siehe meine Literaturhinweise).


Anmerkung: Der Vollständigkeit halber hier die anderen Künste: 1. Architektur, 2. Bildhauerei, 3. Malerei, 4. Tanz, 5. Musik, 6. Literatur (Poésie), 7. Kino, 8. Fernsehen, 9. Comics (Bande dessinée), 10. Digitale Kunst (Art numérique).