DVD-Cover

Yasmin (Bildnachweis: good!movies)© good!movies

Yasmin

Stab und Besetzung

Originaltitel: Yasmin. Kinostart: 07.08.2004 (Festival del film Locarno), 06.04.2005 (FR), 26.05.2005 (DE). Verleih: Academy Films (DE). Länge: 84 Min. (FSK) bzw. 87 Min. (Presseheft). FSK: ab 12 Jahren (Freigabekarte). FBW: -

Regie: Kenny Glenaan. Drehbuch: Simon Beaufoy. Kamera: Tony Slater Ling. Schnitt: Kristina Hetherington. Szenenbild: Jason Carlin (Production Designer), Sami Khan (Art Director). Kostümbild: Carole K. Millar. Musik: Stephen McKeon. Ton: Stuart Bruce (Sound Designer), Cheristian Conrad (Sound Editor), Michael Riedmiller (Re-recording mixer).

Darsteller: Archie Panjabi (Yasmin), Renu Setna (Khalid), Steve Jackson (John), Syed Ahmed (Nasir), Shahid Ahmed (Faysal), Badi Uzzaman (Uncle Hassan), Amar Hussain (Kamal), Joanna Booth (Cheryl), Emma Ashton (Sam), Rae Kelly (Wendy), Tammy Barker (Anna), Suraj Dass (Kashiff), Miriam Ali (Amina), Gary Lewis (Detective) u.a. [in der Reihenfolge des Abspanns] Synchronsprecher: Alexandra Wilcke (Yasmin) u.a.

Inhalt

Kurzinhalt (Presseheft):

Yasmin, eine pakistanische Immigrantin der zweiten Generation, lebt in der Spannung zwischen ihrer Lebenslust und den Forderungen ihrer Familie, der die Mutter fehlt. Sie arbeitet als Sozialarbeiterin mit behinderten Kindern in Nordengland und wird von ihren Kollegen sehr geschätzt. Yasmins Vater ist frommer Muslim und Wächter der ansässigen Moschee, während ihr Bruder sich lieber als Kleindealer betätigt. Die Anti-Terrormaßnahmen der Polizei nach dem Anschlag der Al-Qaeda auf das politische und ökonomische Zentrum des Westens im Jahr 2001 radikalisiert die jungen Muslime. Die Ereignisse verändern auch die Haltung von Yasmins Freunden und Arbeitskollegen, die sich von ihr distanzieren. Der Blick von außen macht Yasmin zur Muslima.

Quelle: Academy Films (Presseheft)

Klappentext (DVD-Cover):

Yasmin, Tochter pakistanischer Einwanderer, fällt es nicht leicht, ihren Alltag in England zu bestreiten. Einerseits lebt sie den modernen westlichen Lebensstil, auf der anderen Seite kann sie sich der Kultur ihres Herkunftslandes nicht gänzlich entziehen. Dem Vater zuliebe hat sie ihren Cousin Faysal geheiratet, lebt jedoch in einer Scheinehe und hat einen britischen Freund.

Der 11. September 2001 wird für Yasmin zum Wendepunkt. Arbeitskollegen meiden sie plötzlich, die britischen Muslime geraten unter Generalverdacht. Und dann wird auch noch Faysal, Yasmins ungeliebter Ehemann, verhaftet. Yasmin beginnt, jenseits der vorgegebenen Wege ihre eigene Identität zu suchen.

Einfühlsam schildert der Film, wie sich die Situation der pakistanischen Gemeinden nach den Anschlägen vom 11. September geändert hat. Während ihr Bruder Nasir auf die Verfolgungen mit Wut reagiert und sich einer islamistischen Gruppe anschließt, entscheidet sich Yasmin für einen konsequenten Weg des Ausgleichs jenseits der Oberflächlichkeiten der etablierten Systeme.

Quelle: Arsenal Filmverleih (EAN: 4015698783889)

Auszeichnungen

  • 57. Festival del film Locarno 2004: Preis der Ökumenischen Jury (PM vom 14.08.2004)
  • 55. Internationale Filmfestspiele Berlin 2005: 8. Europäischer John Templeton Filmpreis (13.02.2005)
  • Jury der Evangelischen Filmarbeit: Film des Monats 06/2005 (PDF)
  • Kirchliche Filmbeauftragte der Schweiz: Film des Monats 01/2006 (PDF)

Preis der Ökumenischen Jury (Begründung):

Durch die Folgen des 11. Septembers aufgerüttelt, findet Yasmin zu ihren kulturellen Wurzeln zurück. Die Wiederentdeckung des Korans bringt eine Glaubenserfahrung mit sich und ermöglicht ihr, sich selber zu finden. Zuversichtlich sucht Yasmin einen Weg, sich zu behaupten - sowohl in der pakistanischen Gemeinschaft wie auch in ihrer westlich geprägten Umgebung. (After September 11, Yasmin experiences an awakening and a reconciliation with her cultural heritage. The rediscovering of the Koran starts an authentic faith journey and gives her the possibility to affirm herself truthfully. Yasmin courageously seeks a way to be herself both in her Pakistani immigrant community and in the surrounding Western society.)

Europäischer John Templeton Filmpreis (Begründung):

Obwohl der Film in der britischen Gesellschaft spielt, setzt sich "Yasmin" mit einem Thema auseinander, das alle Welt beunruhigt. Yasmin sucht mutig einen Weg, sich selbst treu zu bleiben - sowohl im Milieu der pakistanischen Immigranten wie in der westlichen Mehrheitsgesellschaft. Sie verkörpert die Erfahrung vieler Muslime, die nach dem 11. September den Anstoß zu einer Versöhnung mit ihrer kulturellen Erbschaft und ihrem Glauben erlebt haben. Der Konfrontation zwischen westlich-säkularer Kultur und radikalen islamischen Ideen stellt der Film die Suche nach Alternativen und persönlicher Identität entgegen. Auch die ästhetische Qualität des Films überzeugte die Templeton-Jury: griffig erzählt, bleibt die Geschichte zugleich vielschichtig und hintergründig.

Herr K. meint ...

Sicher kein Zufall, dass dieser Film nicht in den englischen Kinos lief... BTW: Falls Ihnen das Gesicht der Hauptdarstellerin bekannt vorkommt: Archie Panjabi spielte die große Schwester Pinky in "Kick It Like Beckham" (2002).

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