Filmplakat

Let's Make Money (Bildnachweis: Delphi)© Delphi

Buch-Cover (TB)

Bekenntnisse eines Economic Hit Man (Bildnachweis: Goldmann)© Goldmann

Let's Make Money

Stab und Besetzung

Originaltitel: Let's Make Money. Kinostart: 30.10.2008 (DE), 31.10.2008 (AT), 15.04.2009 (FR). Verleih: Delphi Filmverleih (DE). Länge: 107 Min. (FSK + Website) bzw. 110 Min. (Presseheft). FSK: ohne Altersbeschränkung (Freigabekarte). FBW: -

Regie: Erwin Wagenhofer. Drehbuch: Erwin Wagenhofer. Kamera: Erwin Wagenhofer. Schnitt: Paul M. Sedlacek (Schnitt), Lisa Ganser, Paul M. Sedlacek & Erwin Wagenhofer (Montage). Musik: Helmut Neugebauer. Ton: Lisa Ganser (Ton), Nina Slatosch (Tonschnitt), Thomas Kathriner (Tonmischung).

Inhalt

Kurzinhalt (Presseheft):

Erwin Wagenhofer ("We Feed the World - Essen Global") folgt in seinem neuen Dokumentarfilm "Let's make MONEY" der Spur des Geldes im weltweiten Finanzsystem. Die meisten von uns ahnen nicht einmal, wo ihr Geld ist. Sicher ist nur, dass es sich nicht bei der Bank befindet, der wir es anvertraut haben.

"Let's make MONEY" blickt hinter die Kulissen der bunten Prospektwelt von Banken und Versicherern. Was hat unsere Altersvorsorge mit der Immobilienblase in Spanien zu tun? Wir müssen dort kein Haus kaufen, um dabei zu sein. Sobald wir ein Konto eröffnen, klinken wir uns in die weltweiten Finanzmärkte ein - ob wir wollen oder nicht. Die meisten von uns interessiert es auch nicht, weil wir gerne dem Lockruf der Banken folgen: "Lassen Sie Ihr Geld arbeiten!"

Doch Geld kann nicht arbeiten: arbeiten können nur Menschen, Tiere oder Maschinen.

Quelle: Delphi Filmverleih (Presseheft)

Auszeichnungen

  • Deutscher Dokumentarfilmpreis 2009 (18.06.2009)

Film-Zitate

Texttafel zu Beginn:

"Die meisten von uns wissen nicht, wo ihr Geld ist. / Sicher ist nur, dass es sich nicht bei der Bank befindet, der wir es zur Verwahrung anvertraut haben. / Die Bank hat unser Geld in den globalen Geldmarkt eingespeist. / Wo der Schuldner lebt und was er tut, um unsere Zinsen zu bezahlen, bleibt im Verborgenen. / Es interessiert uns auch nicht, denn wir folgen vertrauensvoll dem Lockruf der Banken: / Lassen Sie Ihr Geld arbeiten!" (Texttafel zu Beginn des Films)

John Christensen, Entwicklungsökonom (Kap. 4)

"Der Washingtoner Konsens stammt aus den 70-er Jahren. Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank starteten dieses Projekt auf der Basis von 4 Schlüsselelementen: Die erste Maßnahme bestand in einer Deregulierung der Finanzmärkte auf der ganzen Welt. Kapital sollte sich frei von einem Land zum anderen bewegen können. Der zweite Teil bestand in einer Liberalisierung der Handelsströme. Es ging darum, Handelsbarrieren abzuschaffen, die sehr sorgfältig im Laufe vieler Jahrzehnte von Entwicklungsländern errichtet worden waren, um ihre eigenen Industrien zu schützen. Die dritte Maßnahme bestand in einer völligen Abschaffung des Staates, um die Interventionsmöglichkeiten des Staates zu reduzieren. Anders gesagt, wurden die Steuereinnahmen so reduziert, dass die Staaten nichts mehr tun konnten, um ihre Bürger zu schützen. Die vierte Maßnahme verlangte von den Staaten, ihre Industrien zu privatisieren. Dabei wurde mehr oder weniger sichergestellt, dass bei dieser Privatisierung die Industrien unter ihrem tatsächlichen Wert an fremde Kapitalanleger verkauft wurden. Dies sind die 4 politischen Druckmittel, die vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank angewandt werden, die Neo-Liberalismus genannt werden." (zit. nach den Untertiteln der DVD-Fassung)

Gerhard Schwarz, Leiter der NZZ-Wirtschaftsredaktion (Kap. 6):

"Alle Liberalen dieser Welt sind der Meinung, dass Grenzen offen sein sollten für Güter, für Geld und für Dienstleistungen. Schwieriger wird es bei Menschen. Da muss man sich überlegen, ob man nicht eine Art Eintrittspreise verlangen müsste, so wie man eben in einem Club auch Eintrittspreise verlangt. Also wer in einen Tennisclub eintritt, muss in der Regel einen Eintrittspreis zahlen, nicht nur eine monatliche oder eine jährliche Gebühr wie die Steuern, sondern er muss einen Eintrittspreis zahlen, weil die Vorgänger, die, die schon da sind, das Clubhaus aufgebaut haben, die Plätze aufgebaut haben, und damit eigentlich ein Neuer von etwas proftiert, zu dem er nichts beigetragen hat." (Transkript: MMK)

Hermann Scheer, Bundestagsabgeordneter (Kap. 7):

"Der Staat ist die Gemeinschaft aller Menschen, die in diesem Staat leben. Der Staat sind wir. Das gilt zumindest für eine Demokratie. Und dieser Staat braucht, damit die Gesellschaft existieren kann, Gemeinschaftsgüter. Von Schulen bis Universitäten bis zu Verkehrseinrichtungen und vieles andere mehr. Vor diesem Hintergrund ist interessant, was mit der Privatisierung passiert und was dahintersteckt. Privatisierung kommt von 'privare'. 'Privare' ist ein lateinisches Wort, das heißt 'berauben'. Wenn nun eine Privatisierung stattfindet, dann werden Gemeinschaftsgüter von privaten Interessen aufgekauft oder sogar verschenkt [...] und das ist nichts anderes als eine Beraubung der Gemeinschaft. Man kann das noch zuspitzen: Hier wird die Gesellschaft enteignet von einem Privaten, für eine Sache, die für einen Privaten interessant ist, das heißt, die für ihn profitträchtig ist." (Hermann Scheer, SPD-Bundestagsabgeordneter und Träger des Alternativen Nobelpreises 1999; Transkript: MMK)

Literaturhinweise

  • Dohmen, Caspar (2008). Let's Make Money. Was macht die Bank mit unserem Geld? Freiburg i.Br.: orange-press. [DNB]
  • Perkins, John (2007). Bekenntnisse eines Economic Hit Man. Unterwegs im Dienst der Wirtschaftsmafia. München: Goldmann. [DNB]

Web-Tipps

Filme, die Sie auch interessieren könnten

DVD-Kapitel

  1. Lassen Sie Ihr Geld arbeiten! (Insert)
  2. Investitionsland Indien [10:29]
  3. Chancen auf den Emerging Markets [20:22]
  4. Von langer Hand geplant (Insert) [26:53]
  5. Steigende Guthaben - Steigende Schulden (Insert) [33:23]
  6. Überlebensgrundlage [42:09]
  7. Die Enteignung der Gemeinschaften (Insert) [50:08]
  8. Im Namen der Freiheit (Insert) [55:33]
  9. Steigende Gewinne - Sinkende Löhne (Insert) [1:06:33]
  10. Gewinne für wenige - Verluste für alle (Insert) [1:11:01]
  11. Wie lange können wir uns die Reichen noch leisten? (Insert) [1:29:43]
  12. Selektionsmechanismen [1:42:00]

Quelle: Delphi Filmverleih (EAN: 4009750242247)