Filmplakat

Defamation (Bildnachweis: Real Fiction)© Real Fiction

Defamation

Stab und Besetzung

Originaltitel: Hashmatsa. Internationaler Titel: Defamation. Kinostart: 05.02.2009 (Filmfestspiele Berlin), 20.11.2009 (US eingeschränkt), 26.08.2010 (DE). Verleih: Real Fiction Filmverleih. Länge: 93 Min. (Presseheft) bzw. 95 Min. (FSK). FSK: ab 12 Jahren (Freigabekarte). FBW: -

Regie: Yoav Shamir. Drehbuch: Yoav Shamir. Kamera: Yoav Shamir (Additional Cinematography: Yehonatan Ofek). Schnitt: Morten Højbjerg & Elin Pröjts. Musik: Mischa Krausz. Ton: Alfred Tesler, Rami Yatskan, Yanon Huja, Piotr Fede, Gautam K. Choudhury & Kevin O'Dowd (Sound Recordists), Birgit Obkircher (Sound Designer), Ingo Holub (Mixer).

Inhalt

Synopsis (Presseheft):

Was bedeutet Antisemitismus heute zwei Generationen nach dem Holocaust? Bei seiner kontinuierlichen Erforschung des modernen Lebens der Israeli bereist Regisseur Yoav Shamir die Welt, sucht nach den modernsten Erscheinungsformen des "ältesten Hasses" und findet einige alarmierende Antworten auf diese Frage. Im Zuge dieser unehrerbietigen Suche folgt er amerikanischen jüdischen Oberhäuptern in europäische Hauptstädte bei ihrer Mission, die Regierungen vor der wachsenden Gefahr des Antisemitismus zu warnen, und er heftet sich an die Fersen einer israelischen Schulklasse bei ihrer Gedenkfahrt nach Auschwitz.

Auf dieser Reise trifft Shamir den kontroversen Historiker Norman Finkelstein, der die unpopuläre Ansicht verbreitet, dass der Antisemitismus von der jüdischen Gemeinschaft und im Besonderen von Israel benutzt wird, um politisch zu gewinnen. Shamir schließt sich auch Gelehrten an, wie z. B. Stephen M. Walt und John J. Mearsheimer, und ist auch bei einem Vortrag in Israel anwesend, den sie nach dem Erscheinen ihres Buches "Die Israel-Lobby und die amerikanische Außenpolitik" über den unausgeglichenen Einfluss, den die Israel-Lobby in Washington genießt, gehalten haben. Der Regisseur besucht auch Yad Vashem, die Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem, ein Muss für alle Weltpolitiker, wenn sie Israel einen Besuch abstatten. Während seines Aufenthaltes in Jerusalem schaut er auch bei seiner Großmutter vorbei. Sie vermittelt ihm ihr Verständnis des Themas und erklärt, dass nur sie "die richtige Jüdin" sei.

Der Film stellt unsere Ansichten und unsere Terminologie von Antisemitismus in Frage. Er bewegt sich an der Grenze von Antizionismus, der die Vorstellung eines jüdischen Staates ablehnt, und Antisemitismus, der Juden ablehnt. Wird ersteres dazu benutzt, um das Zweite zu entschuldigen? Und: gibt es einen Unterschied zwischen der heutigen Form des Antisemitismus und der 'alten Form des gewöhnlichen' Rassismus, der sich gegen alle Minderheiten richtet?

Meinungen gehen oft auseinander und Gemüter gehen manchmal hoch, doch in DEFAMATION erkennen wir, dass eines sicher ist - nur indem wir ihre Reaktion auf Antisemitismus verstehen, können wir auch nachvollziehen, wie Juden heutzutage, und besonders die modernen Israelis, auf die Welt um sie herum reagieren, in New York, in Moskau, in Gaza und in Tel Aviv.

Quelle: Real Fiction Filmverleih (Presseheft)

Auszeichnungen

Kirchliche Empfehlungen:

  • Jury der Ev. Filmarbeit: Film des Monats 09/2010 (PDF)

Literaturhinweise

  • Finkelstein, Norman (2002). Die Holocaust-Industrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird Mit einem Vorwort zur deutschen Taschenbuchausgabe. Aus dem Amerikanischen von Helmut Reuter. München: Piper. [DNB]
  • Mearsheimer, John J. & Walt, Stephen M. (2007). Die Israel-Lobby. Wie die amerikanische Außenpolitik beeinflusst wird. Frankfurt am Main: Campus Verlag. [DNB]

Web-Tipps