Filmplakat

45 Minuten bis Ramallah (Bildnachweis: Zorro)© Zorro

45 Minuten bis Ramallah

Stab und Besetzung

Originaltitel: 45 Minuten bis Ramallah. Internationaler Titel: 45 Minutes to Ramallah. Festivals: 08.06.2013 (Filmfest Emden-Norderney [Premiere]), 23.08.2013 (Festival des films du monde Montréal), 04.10.2013 (Nünberger Filmfestival der Menschenrechte), 23.10.2013 (Filmfest Osnabrück). Kinostart: 05.12.2013 (DE). Verleih: Zorro Film (DE). Länge: 86:31 Min. (FSK, 25 fps), 87 Min. (Presseheft) bzw. 90:07 Min. (FSK, 24 fps). FSK: ab 12 Jahren. FBW: -

Regie: Ali Samadi Ahadi. Drehbuch: Gabriel Bornstein & Karl-Dietmar Möller-Naß. Kamera: Wedigo von Schultzendorff. Schnitt: Silke Olthoff & Frank Geiger. Szenenbild: Seth Turner (Production Designer), Rime Al-Jabr (Art Director). Kostümbild: Phaedra Dadaleh. Maskenbild: Farah Jada'ane (Hair & Make-Up Artist). Musik: Ali N. Askin. Ton: (Jörg Krieger (Sound Recordist), Hartmut Teschemacher (Supervising Sound Editor), Simone Weber (Sound Editor), Stephan Konken (Re-Recording Mixer). Spezialeffekte: Richard Stutsman (Special Effects Supervisor). Visuelle Effekte: Ali Soozandeh (Visual Effects & Animations).

Darsteller: Karim Saleh (Rafik), Navid Akhavan (Jamal), Julie Engelbrecht (Olga) [in der Reihenfolge der Titelsequenz], Badasar Calbiyik (Munir), Suzan Demircan (Samira), Jackie Sawiris (Mama Laila), Ali Samadi Ahadi [ungenannt] u.a.

Inhalt

Kurzinhalt (Presseheft):

Rafik spült lieber Teller in Deutschland als sich von seinem Vater tyrannisieren zu lassen. Nur ungern kommt er zur Hochzeit seines Bruders nach Ostjerusalem; prompt trifft den Vater bei einem Streit der Schlag. Sein letzter Wunsch: ein Grab in Ramallah, jenseits der Grenze. Zähneknirschend packen die zerstrittenen Brüder die Leiche in den Kofferraum - und haben bald israelische Grenzer, russische Autoschieber, palästinensische Terroristen und eine durchtriebene Blondine am Hals ...

Quelle: Zorro Film (Presseheft) [PDF]

Synopsis (Presseheft):

RAFIK (...), ein Palästinenser aus Ostjerusalem, zieht es vor, fern seiner Heimat in Deutschland sein Glück zu versuchen, anstatt mit seinem tyrannischen Vater unter dem israelischen Kolonialismus zu leben. Eigentlich hat er auch wenig Lust zur Hochzeit seines ungeliebten Bruders JAMAL (...) nach Israel zu reisen. Nur um seiner Mutter einen Gefallen zu tun, nimmt er die Einladung an.

Doch es kommt weitaus schlimmer als erwartet: Als auf der Hochzeit alte Streitereien mit dem Vater ausbrechen, stirbt das erzürnte Oberhaupt der Familie. Dummerweise war es der letzte Wunsch des Vaters, in seinem Geburtsort in der Nähe von Ramallah beigesetzt zu werden. Und das liegt leider in den Palästinensischen Autonomiegebieten.

Zähneknirschend nehmen die zerstrittenen Brüder die waghalsige Mission auf sich, die sterblichen Überreste im eigenen Wagen über die Grenze zu schmuggeln. An sich dauert die Fahrt nur 45 Minuten, doch der vermeintliche Kurztrip entwickelt sich zur haarsträubenden Odyssee, als in Jerusalem der Wagen der Brüder gestohlen wird. Verzweifelt suchen Rafik und Jamal nach dem verschwundenen Auto samt der Leiche ihres Vaters. Dabei machen sie unerwartete Bekanntschaft mit der schönen OLGA (...), müssen sich mit einer Bande von russischen Autoschiebern herumschlagen und fallen schließlich gar den "Heiligen Freiheitskämpfern" in die Hände. Da ihnen niemand ihre absurde Geschichte glaubt, blicken sie schon bald in die Mündungsrohre eines Erschießungskommandos ...

Quelle: Zorro Film (Presseheft) [PDF]

Herr K. meint ...

Produktionsnotizen: Der Film eine Produktion von brave new work (Produzenten: Mohammad Farokhmanesh, Frank Geiger und Armin Hofmann) in Koproduktion mit Degeto-Film (Producer: Christine Strobl).

Filmzitate

Rafik (VO): Ja, so sind meine Landsleute. Meckern ist hier so eine Art Nationalsport. Willkommen in meiner Heimatstadt. Wir pflegen hier großartige Traditionen. Wir sind naturverbunden, lieben den Ringkampf, tragen uns gerne durch die Gegend und mögen Feuerwerk. Nicht zu vergessen: unsere wunderschöne Stadtmauer. Einfach überwältigend. Aber das Bemerkenswerteste an meiner Heimatstadt ist ... meine Familie.

Rafik: Was ist das für ein bescheuertes Land? Jeder will uns einfach nur auf die Schnelle ausrauben, foltern oder töten. Gibt's denn hier nur Vollidioten? - Jamal: Pst. Sei still. Hör zu: Hier gibt's drei verschiedene Gruppen, ok? Die Heiligen Freiheitskämpfer, die Jungs vom Dschihad für den Islam und den Islamischen Dschihad. Und alle drei hassen sich wie die Pest. - Rafik: Ja und wieso? - Jamal: Keine Ahnung. Aber eins weiß ich genau. Die allerbrutalsten von denen sind die vom Islamischen Dschihad. - Munir: Willkommen beim Regiment des Islamischen Dschihad!

Rafik (VO): Die letzten drei Tage haben mich auf eine Frage gebracht. Wo wird man verprügelt, gefoltert, geküsst, geliebt und wieder und wieder hingerichtet? Man könnte sagen: in einem Domina-Studio. Oder vielleicht in einem Irrenhaus. Aber ich sage: in meinem Heimatland. Ich weiß: Dieses Land ist ein Irrenhaus. Doch die letzten drei Tage haben mir eines gezeigt: Es ist mein Irrenhaus. Und ich gehöre hierher.

Altersfreigabe im Vergleich

  • DE: Freigegeben ab 12 Jahren.

FSK (Freigabebegründung):

Komödie über zwei palästinensische Brüder, die den letzten Wunsch ihres verstorbenen Vaters erfüllen wollen und sich daher auf eine turbulente Odyssee in ihr Heimatland machen, um ihn dort zu beerdigen. Trotz der ernsten politischen Hintergründe, die der Film explizit thematisiert, indem die Brüder zwischen die Fronten von israelischen Sicherheitskräften, palästinensischen Terroristen und russischen Mafiosi geraten, ist die Inszenierung leichthändig und von absurder Komik geprägt. Durch die vielen Überzeichnungen erschließt sich auch einem jungen Publikum die Fiktionalität und satirische Haltung des Films, der zu keinem Zeitpunkt ein tragisches Ende befürchten lässt. So können bereits 12-Jährige in diesem Kontext einzelne zurückhaltend inszenierte Gewaltdarstellungen und Bedrohungsszenarien verarbeiten, ohne emotional überfordert zu werden.

Quelle: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) [Zugriff: 07.12.13]

Literaturhinweise

  • BORNSTEIN, Gabriel (2013). 45 Minuten bis Ramallah. Roman. Nach einem Drehbuch von Gabriel Bornstein und Karl-Dietmar Möller-Naß. Berlin u.a.: Assoziation A. [DNB]

Webtipps