Filmplakat

5 Jahre Leben (Bildnachweis: Zorro)© Zorro

5 Jahre Leben

Stab und Besetzung

Originaltitel: 5 Jahre Leben. Internationaler Titel: 5 Years. Festivals: 23.01.2013 (Filmfestival Max Ophüls Preis), 25.01.2013 (International Film Festival Rotterdam), 17.03.2013 (Kirchliches Filmfestival Recklinghausen). Kinostart: 23.05.2013 (DE). Verleih: Zorro Film (DE). Länge: 95:49 Min. (FSK, 24 fps) bzw. 96 Min. (Presseheft). FSK: ab 12 Jahren (Freigabekarte). FBW: -

Regie: Stefan Schaller. Drehbuch: Stefan Schaller & David Finck (Dramaturgische Beratung: Juli Zeh & Maggie Peren). Kamera: Armin Franzen. Schnitt: Simon Blasi. Szenenbild: Julian R. Wagner (Production Designer), Sarah Horton (Art Director), Melanie Raab (Set Decorator), Sandra Zimmerle (Außenrequisite), Nancy Müller (Innenrequisite). Kostümbild: Diana Dean. Maskenbild: Dörte Dobkowitz & Irina Tübbecke (Maske), Stefan von Essen (SFX Maske). Musik: Enik. Ton: Christoph Schilling (Ton), Dominik Leube & David Rädler (Mischung & Sound Design). Visuelle Effekte: Martin Backhaus (VFX - Producer), Martin Grözinger (VFX - Supervisor), Timor Kardum (VFX Supervision, Visual Effects Omstudios Berlin).

Darsteller: Sascha A. Geršak (Murat Kurnaz), Ben Miles (Holford), Timur Isik (Akhmal), David Ali Hamade (Yousuf), Trystan Pütter (Collins), John Keogh (Smith), Kerem Can (Serdal), Aaron Tristan Hildebrand (Sebastian), Burak Yigit (Octay), Eray Egilmez (Issa), Ulas Kilic (Ali), Sinan al Kuri (Elyas), Siir Eloglu (Rabiye Kurnaz), Tayfun Bademsoy (Vater Kurnaz), Nikola Kastner (Dani) u.a. [in der Reihenfolge des Abspanns]

Inhalt

Kurzinhalt:

5 JAHRE LEBEN, basierend auf der wahren Geschichte des Deutsch-Türken Murat Kurnaz, der insgesamt fünf Jahre als Gefangener der USA in Afghanistan und Guantanamo inhaftiert war, ist nicht nur die Chronik eines unvorstellbaren Missbrauchs, sondern zeigt auch den Überlebenswillen eines Mannes, dem man alles genommen hat. Zugleich schildert der Film das Duell zweier außergewöhnlich starker Persönlichkeiten. Auf der einen Seite: Murat Kurnaz, der seinem Leben einen neuen Sinn geben wollte, als er sich dem Islam zuwandte und nach dem 11. September nach Pakistan aufbrach, um eine Koranschule zu besuchen. Auf der anderen Seite: Gail Holford, Verhörspezialist der US-Regierung, der alle Tricks von Manipulation bis Einschüchterung beherrscht und dessen Hauptziel es ist, Kurnaz ein Geständnis zu entlocken. Aber Kurnaz hat nichts zu gestehen. Er ist unschuldig. So verstreichen Monate - Monate voller psychischer und physischer Folter - bis Kurnaz begreift, dass seine Weigerung, ein Geständnis zu unterzeichnen, das Einzige ist, was ihm bleibt.

Quelle: Zorro Film (Presseheft) [PDF]

Auszeichnungen

  • Thomas Strittmatter Drehbuchpreis 2011
  • 34. Filmfestival Max Ophüls Preis 2013: Interfilm-Preis und Preis der Jugendjury

Filmfestival Max Ophüls Preis - Interfilm-Preis (Begründung):

Dies ist die Geschichte eines Mannes, der fünf Jahre in Guantanamo gefangen war. Der Film zeigt einen Ausschnitt davon. überzeugend gespielt mit beklemmend realer Perspektive provoziert der Film die Frage nach Menschlichkeit und Würde. Dem Zwang zu gestehen setzt er sein eigenes Bekennen entgegen. Ein Plädoyer für die Kraft des Willens und gegen das Vergessen.

Quelle: Filmfestival Max Ophüls Preis, Pressemitteilung, 26.01.2013

Herr K. meint ...

Stefan Schallers Kinodebüt (zugleich sein Diplomfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg) ist politisches Kino im besten Sinne. Mehr davon!

Zu diesem Film habe ich ein Film-Heft für das Institut für Kino und Filmkultur (IKF) geschrieben, das Sie im Bereich "Veröffentlichungen" als PDF-Datei herunterladen können.

Produktionsnotizen: Der Film eine Produktion von teamWorx (Produzent: Jochen Laube) in Koproduktion mit der Filmakademie Baden-Württemberg und HR (Redaktion: Jörg Himstedt), ARTE (Redaktion: Georg Steinert), SWR (Redaktion: Stefanie Groß), BR (Redaktion: Natalie Lambsdorff), SR (Redaktion: Christian Bauer) und RADIO BREMEN (Redaktion: Annette Strelow) sowie dem Studio Babelsberg (Produzent: Christoph Fisser) und cine plus Filmproduktion (Produzent: Jörg Schulze).

Filmzitate

Texteinblendungen am Ende des Films:

Erst drei Jahre später, im Sommer 2006, wird Murat Kurnaz aus Guantanamo entlassen. / Er war insgesamt 1725 Tage in Gefangenschaft. // Im Jahr 2007 kommt es im Bundestag zu einem Untersuchungsausschuss. / In diesem verteidigte die damalige deutsche Regierung ihre Entscheidung, sich nicht früher für Kurnaz' Freilassung eingesetzt zu haben. / Sie verwiesen [sic!] dabei auf das erhöhte Sicherheitsrisiko nach den Anschlägen vom 11. September 2001. // Bis heute haben sich keine der ihm zur Last gelegten Verdachtsmomente als wahr erwiesen. // Murat Kurnaz lebt heute wieder in Bremen. / Er hat erneut geheiratet und ist Vater zweier Kinder. // In Erinnerung an den unermüdlichen Einsatz von Rabiye Kurnaz, Bernhard Docke und Baher Azmy für die Freilassung von Murat Kurnaz.

Altersfreigabe im Vergleich

  • DE: Freigegeben ab 12 Jahren.

FSK (Freigabebegründung):

Drama über das Schicksal des Deutsch-Türken Murat Kurnaz, der insgesamt fünf Jahre als Gefangener der USA unschuldig in Afghanistan und Guantanamo inhaftiert war. Der sehr ruhig und kammerspielartig inszenierte Film ist durch die beklemmenden Schilderungen des Häftlingsalltags mit all seinen Härten, Demütigungen und seelischen Grausamkeiten für Kinder ab 12 Jahren emotional durchaus fordernd. Von einer Überforderung ist jedoch nicht auszugehen, da die Inszenierung nicht auf reißerische Überwältigung abzielt, sondern hinreichend Raum für eine Beschäftigung und ein kritisches Nachdenken über die geschilderten Vorkommnisse lässt. Auch ist davon auszugehen, dass Zuschauer ab 12 Jahren durch die Medienberichterstattung ein gewisses Vorwissen über die Zustände in Guantanamo und ähnlichen Lagern haben und daher die Geschehnisse ausreichend einordnen können. Zudem bietet der Film in der Person eines jungen, Anteilnahme mit dem Häftling zeigenden Soldaten eine tragfähige Begleitfigur.

Quelle: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) [Zugriff: 25.05.13]