Filmplakat

Hannah Arendt (Bildnachweis: NFP)© NFP

Hannah Arendt

Stab und Besetzung

Originaltitel: Hannah Arendt. Festivals: 11.09.2012 (Toronto International Film Festival). Kinostart: 10.01.2013 (DE). Verleih: NFP marketing & distribution (DE). Länge: 113 Min. (Presseheft) bzw. 113:28 Min. (FSK, 24 fps). FSK: ab 6 Jahren (Freigabekarte). FBW: besonders wertvoll (Begründung).

Regie: Margarethe von Trotta. Drehbuch: Pamela Katz & Margarethe von Trotta. Kamera: Caroline Champetier. Schnitt: Bettina Böhler. Szenenbild: Volker Schaefer (Szenenbild), Anja Fromm (Art Director), Petra Klimek (Set Decorator). Kostümbild: Frauke Firl. Maskenbild: Astrid Weber (Maskenbild). Musik: André Mergenthaler. Ton: Michael Busch (Tonmeister), Greg Vittore (Sound Design), Michael Kranz (Mischung). Visuelle Effekte: Thomas Loeder (VFX Supervisor).

Darsteller: Barbara Sukowa (Hannah Arendt), Axel Milberg (Heinrich Blücher), Janet McTeer (Mary McCarty), Julia Jentsch (Lotte Köhler), Ulrich Noethen (Hans Jonas), Michael Degen (Kurt Blumenfeld), Nicholas Woodeson (William Shawn), Sascha Ley (Lore Jonas), Victoria Trauttmansdorff (Charlotte Beradt), Klaus Pohl (Martin Heidegger), Friederike Becht (Hannah Arendt - Young), Megan Gay (Frances Wells), Tom Leick (Jonathan Schnell), Harvey Friedman (Thomas Miller) [in der Reihenfolge der Titelsequenz] u.a.

Inhalt

Kurzinhalt (Presseheft):

Als Hannah Arendt (...) 1961 in Jerusalem den Gerichtssaal betritt, um für den renommierten The New Yorker über den Prozess gegen den Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann zu berichten, erwartet sie, auf ein Monster zu treffen. Stattdessen erlebt sie einen Niemand. Die geistlose Mittelmäßigkeit Eichmanns passt nicht zum abgrundtief Bösen seiner Taten. Dieser Widerspruch beschäftigt Hannah Arendt sehr. Zurück in New York liest sie hunderte Prozessakten, recherchiert, diskutiert mit ihrem Mann Heinrich Blücher (...) und ihren Freunden. Ab Februar 1963 erscheint unter dem Titel "Eichmann in Jerusalem" ihre Artikelserie im The New Yorker. Mit ihrer These von der "Banalität des Bösen" schockiert Arendt die Welt. Die Reaktionen sind verheerend und niederschmetternd. Hannah Arendt wird geächtet, angefeindet, verliert lebenslange Freunde. Das Unverständnis einiger ihrer Freunde trifft sie hart, weniger die Hetzkampagnen, die zahlreiche Medien entfachen. Dennoch bleibt sie konsequent bei ihrer Haltung, sie kämpft und scheut keine Auseinandersetzung, wenn es um für sie so wichtige Themen wie Totalitarismus und Macht geht. Denn sie will verstehen. Auch wenn das bedeutet, "dahin zu denken, wo es weh tut".

Quelle: NFP marketing & distribution (Presseheft) [PDF]

Auszeichnungen

  • 34. Bayerischer Filmpreis (18.01.2013): Preis für die beste Darstellerin (Barbara Sukowa)
  • 61. Deutscher Filmpreis (26.04.2013): Bester Spielfilm in Silber

Bayerischer Filmpreis - Darstellerin (Begründung):

Wie Barbara Sukowa sich in Margarethe von Trotta's "Hannah Arendt" der Titelfigur annähert, um schließlich komplett mit ihr zu verschmelzen, ist Schauspielkunst vom Allerfeinsten. Das beginnt beim starken "German Accent", den sich die in New York lebende Schauspielerin für die Rolle der emigrierten deutsch-jüdischen Philosophin eigens wieder antrainiert hat. Und es gipfelt darin, dass es Barbara Sukowa tatsächlich gelingt, dass wir Zuschauer hier einer großen Denkerin buchstäblich beim Denken zuschauen können. Wir können sehen und verstehen, wie sie ihre Gedanken entwickelt und wie sie als Beobachterin des Eichmannprozesses in Israel zu ihrer berühmten, als skandalös empfundenen Einschätzung der "Banalität des Bösen" gelangen musste. Barbara Sukowa macht Hannah Arendt lebendig und für die Kinobesucher des 21. Jahrhunderts verstehbar.

Quelle: Bayerische Staatskanzlei, Pressemitteilung, 18.01.2013

Kirchliche Filmempfehlungen:

  • Jury der Ev. Filmarbeit: Film des Monats 01/2013 (PDF)

Altersfreigabe im Vergleich

  • DE: Freigegeben ab 6 Jahren.

FSK (Freigabebegründung):

Das biografische Drama spielt in den 1960er Jahren in New York und erzählt, wie die Philosophin und Journalistin Hannah Arendt durch den Eichmann-Prozess zu ihrer Theorie der "Banalität des Bösen" gelangt, für die sie heftig angefeindet wird. Zudem werden ihr Privatleben in New York wie auch frühere Ereignisse ihres Lebens geschildert. Die Inszenierung ist von Zurückhaltung geprägt, größtenteils kammerspielartig und auf Dialoge und Charaktere fokussiert. Die Schrecken der NS-Diktatur werden dabei nicht direkt visualisiert und einzelne dramatische Wendungen sind gut in den Kontext eingebettet. 6-Jährige sind zwar sicher noch nicht in der Lage, die Dialoge und die Gesamtthematik zu erfassen, von einer Ängstigung oder sonstigen Beeinträchtigung dieser Altersgruppe ist aber nicht auszugehen.

Quelle: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) [Zugriff: 26.01.13]

Literaturhinweise

  • LESS, Avner W. (Hg.) (1995). Der Staat Israel gegen Adolf Eichmann. Weinheim: Beltz Athenäum Verlag (2. Aufl.). [DNB]