Filmplakat

Das radikal Böse (Bildnachweis: W-film)© W-film

Das radikal Böse

Stab und Besetzung

Originaltitel: Das radikal Böse. Festivals: 25.10.2013 (Hofer Filmtage (Premiere)). Kinostart: 16.01.2014 (DE). Verleih: W-film Distribution (DE). Länge: 92:05 Min. (FSK, 25 fps), 94 Min. (Presseserver) bzw. 95:46 Min. (FSK, 24 fps). FSK: ab 12 Jahren. FBW: besonders wertvoll.

Regie: Stefan Ruzowitzky. Drehbuch: Stefan Ruzowitzky. Kamera: Benedict Neuenfels. Schnitt: Barbara Gies. Szenenbild: Fritz Günthner (Szenenbild). Kostümbild: Annette Finze & Monika Seidl. Maskenbild: Birger Laube & Heidi Lauser (Maskenbild). Musik: Patrick Pulsinger. Ton: Michael Busch, Tatjana Jakob & Matthias Lempert (Tongestaltung).

Sprecher: Volker Bruch, Alexandra Fehling, Benno Fürmann, Hanno Kofler, Lenn Kudrjawizki, Andreas Schmidt, Simon Schwarz, Arndt Schwering-Sohnrey, Devid Striesow, Sebastian Urzendowsky und Nicolette Krebitz.

Inhalt

Kurzinhalt (Presseheft):

Wie werden aus ganz normalen jungen Männern Massenmörder? Warum töten ehrbare Familienväter Tag für Tag, jahrelang, Frauen, Kinder und Babys? Warum verweigerten so wenige den Befehl, obwohl es ihnen freigestellt war?

Stefan Ruzowitzkys Nonfiction-Drama "Das radikal Böse" beschäftigt sich in einer stilistisch innovativen Herangehensweise mit den systematischen Erschießungen jüdischer Zivilisten durch deutsche Einsatzgruppen in Osteuropa und der Suche nach den Ursachen des Bösen.

Wir hören die Gedanken der Täter aus Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und Gerichtsprotokollen, sehen in junge Gesichter, Projektionsflächen für Assoziationen und Erkenntnisse.

Ergänzt mit historischen Aufnahmen, den Aussagen renommierter Forscher, wie Père Desbois, Christopher Browning oder Robert Jay Lifton, und den überraschenden Ergebnissen psychologischer Experimente führt der Film hin zu "dem radikal Bösen", einer Blaupause des Genozid.

Quelle: W-film Distribution (Presseheft) [PDF]

Produktionsnotizen

Der Film ist eine Produktion von docMovie (Produzent: Wolfgang Richter) mit Aichholzer Film (Produzent: Josef Aichholzer), hergestellt mit Unterstützung von HessenInvestFilm, Österreichisches Filminstitut, DFFF, ORF (Film/Fernseh-Abkommen) in Koproduktion mit dem ZDF.

Filmzitate

Texttafel zu Beginn des Films: Es gibt die Ungeheuer, aber sie sind zu wenig, als dass sie wirklich gefährlich werden könnten. / Wer gefährlich ist, das sind die normalen Menschen. / Primo Levi

Christopher Browning: Man muss unterscheiden zwischen einer historischer Erklärung, warum Menschen gewisse Dinge taten, und einer moralischen Betrachtung, in der Menschen für ihre Taten verantwortlich sind. Der Umstand, dass in den Bataillonen nicht alle mordeten, dass in den Experimenten nicht alle den maximalen Elektroschock austeilten, zeigt, dass es möglich ist, "nein" zu sagen.

Robert Jay Lifton: Der religiöse Begriff des "Bösen" verweist gerne auf eine übernatürliche Macht jenseits menschlicher Kontrolle. Ich hingegen sehe das Böse als menschliches Produkt, ein menschliches Potential, das sich in Situationen, die von Menschen geschaffen werden, ausdrückt. Das ist unser Problem. [Transkription der deutschen Untertitel]

Patrick Desbois: Leider ist Völkermord Teil des Mensch-Seins, zutiefst menschlich. Ich mag nicht, wenn es heißt "das war unmenschlich" oder "die waren wie Tiere". Nein, leider. Davon würde ich träumen.

Patrick Desbois: Vielleicht werden Sie eines Tages als Lehrer, Sozialarbeiter, Polizist, Militär, Wissenschaftler oder Journalist an einem Ort des Tötens sein. An diesem Tag müssen Sie etwas tun - wenigstens ein Photo an CNN schicken. Warten Sie nicht auf die Politik, politische Institutionen sind zu langsam. Bis UNO, UNESCO oder NATO feststellen, dass es ein Völkermord ist, sind die Opfer bereits tot. .

Hannah Arendt: Das radikal Böse ist das, was nicht hätte passieren dürfen, das heißt das, womit man sich nicht versöhnen kann, was man als Schickung unter keinen Umständen akzeptieren kann, und das, woran man auch nicht schweigend vorübergehen darf.

Webtipps