Filmplakat

Im Labyrinth des Schweigens (Bildnachweis: Universal)© Universal

DVD-Cover

Im Labyrinth des Schweigens (Bildnachweis: Universal)© Universal

Im Labyrinth des Schweigens

Stab und Besetzung

Originaltitel: Im Labyrinth des Schweigens. Internationaler Titel: Labyrinth of Lies. Festivals: 06.09.2014 (Toronto International Film Festival). Kinostart: 06.11.2014 (DE). Verleih: Universal Pictures International Germany (DE). Länge: 122:52 Min. (24 fps (FSK)). FSK: ab 12 Jahren. FBW: besonders wertvoll.

Regie: Giulio Ricciarelli. Drehbuch: Elisabeth Bartel & Giulio Ricciarelli (Drehbuch-Mitarbeit: Amelie Sybeberg). Kamera: Martin Langer & Roman Osin. Schnitt: Andrea Mertens. Szenenbild: Manfred Döring (Szenenbild), Janina Jaensch (Art Director), Susanne Richter (Set Decorator). Kostümbild: Aenne Plaumann. Maskenbild: Verena Weißert & Judith Müller (Maskenbild). Musik: Niki Reiser & Sebastian Pille. Ton: Günther Gries (Originalton), Friedrich M. Dosch (Tongestaltung), Stefan Korte & Tschangis Chahrokh (Mischung). Visuelle Effekte: David Laubsch (VFX Supervisor, ARRI Visual Effects).

Darsteller: Alexander Fehling (Johann Radmann), André Szymanski (Thomas Gnielka), Friederike Becht (Marlene Wondrak), Johannes Krisch (Simon Kirsch), Johann von Bülow (Staatsanwalt Haller), Robert Hunger-Bühler (Oberstaatsanwalt Friedberg), Hansi Jochmann (Schmittchen), Lukas Miko (Hermann Langbein) und Gert Voss (Generalstaatsanwalt Fritz Bauer) [in der Reihenfolge der Titelsequenz am Ende] u.a.

Inhalt

Kurzinhalt (Presseheft):

Deutschland 1958 - Wiederaufbau, Wirtschaftswunder. Johann Radmann (...) ist seit Kurzem Staatsanwalt und muss sich wie alle Neulinge um weniger interessante Verkehrsdelikte kümmern. Als der Journalist Thomas Gnielka (...) im Gerichtsgebäude für Aufruhr sorgt, wird er hellhörig: Ein Freund Gnielkas hat einen Lehrer als ehemaligen Auschwitz-Aufseher erkannt, doch niemand will seine Anzeige aufnehmen. Gegen den Willen seiner direkten Vorgesetzten beginnt Radmann sich mit dem Fall zu beschäftigen - und stößt auf ein Geflecht aus Verdrängung, Verleugnung und Verklärung. Von "Auschwitz" haben in diesen Jahren die einen nie gehört, und die anderen wollen es so schnell wie möglich vergessen. Nur Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (...) unterstützt seine Neugier, er selbst möchte die dort begangenen Verbrechen seit Langem an die Öffentlichkeit bringen, für eine Anklage fehlt ihm jedoch die juristische Handhabe. Als Johann Radmann und Thomas Gnielka Unterlagen finden, die zu den Tätern führen, erkennt Bauer sofort deren Brisanz - und beauftragt Radmann offiziell mit der Leitung weiterer Ermittlungen. Der stürzt sich nun vollends in seine neue Aufgabe und setzt alles daran, herauszufinden, was damals wirklich passiert ist. Er befragt Zeugen, durchforstet Akten, sichert Beweise und lässt sich so sehr in den Fall hineinziehen, dass er für alles andere blind wird - selbst für Marlene Wondrak (...), in die er sich gerade erst Hals über Kopf verliebt hat. Johann Radmann überschreitet Kompetenzen, überwirft sich mit Freunden, Kollegen und Verbündeten und gerät auf seiner Suche nach der Wahrheit immer tiefer in ein Labyrinth aus Schuld und Lügen. Doch was er schließlich ans Licht bringt, wird das Land für immer verändern ...

Quelle: Universal Pictures International Germany (Presseheft) [PDF]

Auszeichnungen

Kirchliche Filmempfehlungen:

  • Jury der Ev. Filmarbeit: Film des Monats November 2014

Produktionsnotizen

Der Film ist eine Produktion von Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion (Produzenten: Uli Putz & Jakob Claussen) in Koproduktion mit naked eye filmproduction (Produzentin: Sabine Lamby).

Filmzitate

Fritz Bauer (zu Johann Radmann): Das ist ein Labyrinth. Verlieren Sie sich nicht!

Oberstaatsanwalt Friedberg: Sogar Kanzler Adenauer hat klar zum Ausdruck gebracht, dass wir unter dieses unselige Kapitel einen Schlussstrich ziehen müssen. So ein Prozess wär Gift. - Fritz Bauer: Gift? Im Gegenteil. Dieses Totschweigen ist Gift. Gift für unsere junge Demokratie. Außerdem entscheide ich, wann diese Behörde einen Schlussstrich zieht.

Staatsanwalt Haller (zu Johann Radmann): Wir haben alle nicht nachgedacht. Wir hätten einfach nur die Augen aufmachen müssen. Scheiße!

Fritz Bauer (zu Johann Radmann): Ich bin immer noch im Exil, nur nicht mehr in Schweden. Wenn ich mein Büro verlasse, befinde ich mich im feindlichen Ausland.

Oberstaatsanwalt Friedberg: Wollen Sie, dass sich jeder junge Mensch in diesem Land fragt, ob sein Vater ein Mörder ist? - Johann Radmann: Ja, genau das will ich. Ich will dass diese Lügen und dieses Schweigen endlich aufhör'n.

Thomas Gnielka: Auschwitz, das sind die Geschichten, die hier passiert sind. [Und] die liegen hier begraben. Und wenn du diesen Prozess nicht führst, dann bleiben sie begraben und werden irgendwann vergessen. - Johann Radmann: Es gibt keine Strafe, die angemessen ist, für das, was hier passiert ist. - Thomas Gnielka: Es geht nicht um Bestrafung. Es geht um die Opfer. Um ihre Geschichten.

Fritz Bauer: Warum sind Sie wieder da? - Johann Radmann: Weil die einzige Antwort auf Auschwitz ist, selber das Richtige zu tun.

Texteinblendungen am Ende des Films:

Der Auschwitz-Prozess begann 1963. 211 Überlebende des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz wurden gehört und erzählten ihre Geschichte. // Im größten Strafprozess der bundesdeutschen Geschichte standen 19 SS-Angehörige, die im Lager Auschwitz Dienst getan hatten, vor Gericht. // 17 Angeklagte wurden verurteilt. In den 20 Monaten, die der Prozess dauerte, zeigten die Angeklagten keinerlei Reue oder Einsicht. // Fritz Bauer starb 1968 an Herzversagen. // Josef Mengele lebte bis zu seinem Tod 1979 unbehelligt in Brasilien. Er starb bei einem Badeunfall. // Das Verfahren gilt als Wendepunkt in der bundesdeutschen Geschichte. Die Verbrechen der NS-Zeit ließen sich nicht länger verdrängen. // Gewidmet Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, den Staatsanwälten Joachim Kügler, Georg Friedrich Vogel, Gerhard Wiese und dem Journalisten Thomas Gnielka.

Altersfreigabe im Vergleich

  • DE: 12 - Freigegeben ab 12 Jahren [Prüf-Nr. 146809/K].

FSK (Freigabebegründung):

Das Drama erzählt die Vorgeschichte des Frankfurter Auschwitz-Prozesses: Ende der 1950er Jahre stößt ein junger Staatsanwalt auf zahlreiche Fälle von bislang nicht juristisch belangten KZ-Wärtern. Er engagiert sich für deren Anklage, seine Ermittlungen stoßen jedoch auf heftigen Widerstand. Die Wahrheitssuche des Protagonisten wird einfühlsam geschildert, wobei der Film aber von einer düsteren Atmosphäre der Verdrängung und Feindseligkeit gegenüber den Ermittlungen geprägt ist. Obwohl keine Nazi-Gräuel bebildert werden, könnten Kinder unter 12 Jahren von einigen drastischen verbalen Darstellungen und einer bedrohlichen Traumszene nachhaltig irritiert werden. Doch bereits 12jährige sind in der Lage, diese Aspekte in den historischen Kontext einzuordnen und zu reflektieren. Da der Protagonist eine positive, starke Identifikationsfigur ist und immer wieder entlastende Szenen die Spannung auflockern, können 12jährige sich mit dem Film auseinandersetzen, ohne überfordert zu werden.

Quelle: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) [Zugriff: 18.01.15]

Webtipps

Filme, die Sie auch interessieren könnten