Filmplakat

Sternstunde ihres Lebens (Bildnachweis: Camino)© Camino

Sternstunde ihres Lebens

Stab und Besetzung

Originaltitel: Sternstunde ihres Lebens. Festivals: 10.05.2014 (Filmfest Emden-Norderney), 08.03.2015 (Kirchliches Filmfestival Recklinghausen). TV-EA: 21.05.2014, 20.15 Uhr (Das Erste). Kinostart: offen (DE). Verleih: Camino Filmverleih (DE). Länge: 88:27 Min. (25 fps (FSK)) bzw. 92:08 Min. (24 fps (FSK)). FSK: ohne Altersbeschränkung. FBW: -

Regie: Erica von Moeller. Drehbuch: Ulla Ziemann. Kamera: Sophie Maintigneux. Schnitt: Renata Salazar Ivancan. Szenenbild: Katja Schlömer (Szenenbild), Jenny Echelmeyer (Set Decoration). Kostümbild: Martina Schall. Maskenbild: Jeanette Latzelsberger (Maskenbild). Musik: Andreas Schilling (Zusatzkomposition: Stefan Döring). Ton: Bernd Hackmann (Tonmeister), Stefan Korte (Mischung), Karl Atteln & Matthias Albert Sänger (Sounddesign).

Darsteller: Iris Berben (Elisabeth Selbert), Anna Maria Mühe (Irma Lankwitz), Lena Stolze (Frieda Nadig), Maja Schöne (Lore Mertens), Eleonore Weisgerber (Helene Weber), Petra Welteroth (Helene Wessel), Rudolf Kowalski (Adam Selbert), Walter Sittler (Adam Finck), Max von Thun (Heinrich Bode), Felix Vörtler (Carlo Schmid) [in der Reihenfolge des Titelsequenz], Klaus Mikoleit (Theodor Heuss), Dietrich Mattausch (Konrad Adenauer), Jochen Kolenda (Walter Strauss), Peter Harting (Herbert Wagner), Dagmar Sachse (Martha Wagner) u.v.a. [in der Reihenfolge des Abspanns].

Inhalt

Kurzinhalt (Presseheft):

Bonn 1948. Die Abgeordnete und Juristin Elisabeth Selbert (...) kämpft unermüdlich für die Aufnahme des Satzes "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" in das Grundgesetz der zukünftigen Bundesrepublik Deutschland. Trotz der vielen Widerstände, die sie während der Sitzungen im Parlamentarischen Rat immer wieder zu spüren bekommt, gibt sie nicht auf und hält hartnäckig an ihrem Vorhaben fest.

Nicht nur ihre Kolleginnen aus dem Parlament, selbst ihre Sekretärin Irma (...) steht Elisabeth Selbert zunächst skeptisch gegenüber; sie versteht nicht, wie wichtig die Ziele sind, die Elisabeth Selbert durchzusetzen versucht. Erst eine gescheiterte Affäre mit einem Abgeordneten und die Schicksale anderer Frauen öffnen der jungen Sekretärin die Augen. Langsam nähern sich die ungleichen Frauen an. Als sie schließlich gemeinsam eine landesweite Kampagne für den Gleichberechtigungssatz erfolgreich realisieren, ziehen sie endlich an einem Strang und mit ihnen tausende Frauen, die ihren erbitterten Kampf um Gleichberechtigung unterstützen.

Selbert erlebt einen grandiosen Triumph, als ihr Antrag im neuen Grundgesetz unter Artikel 3, Absatz 2 aufgenommen wird. Sie legt damit den Grundstein für eine nunmehr 65-jährige politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung zum Thema Gleichberechtigung.

Quelle: Erstes Deutsches Fernsehen (Presseheft) [PDF]

Auszeichnungen

  • 25. Filmfest Emden-Norderney (10.05.2014): 17. DGB-Filmpreis
  • 9. Marler Medienpreis Menschenrechte: Kategorie Film (24.10.2015)
  • Elisabeth-Selbert-Preis des Landes Hessen 2015 (05.11.2015)

Herr K. meint ...

TV-Biopic über Elisabeth Selbert, eine der "Mütter des Grundgesetzes":

"deutsche Juristin und Politikerin; SPD; 1948-1949 im Parlamentarischen Rat eine der vier "Mütter des Grundgesetzes" neben Frieda Nadig (SPD), Helene Weber (CDU) und Helene Wessel (Zentrum/SPD); setzte im GG den Gleichheitsgrundsatz "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" durch; Mitglied im Zentralvorstand der SPD 1946-1955 und im Hessischen Landtag 1946-1958" (Quelle: Munzinger-Archiv / Internationales Biographisches Archiv, 31/2011).

Beim DGB-Filmgespräch auf dem Filmfest Emden-Norderney 2014 durfte ich Regisseurin Erica von Moeller, Drehbuchautorin Ulla Ziemann und Produzentin Juliane Thevissen (Thevissen Filmproduktion) zum Gespräch im Rummel begrüßen. Weitere Informationen zum DGB-Filmgespräch 2014 finden Sie im DGB-Flyer, den Sie hier als PDF-Datei herunterladen können.

Produktionsnotizen

Der Film ist eine Produktion von Thevissen Filmproduktion (Produzentin: Juliane Thevissen) in Koproduktion mit dem WDR (Redaktion: Caren Toenissen-Brandt & Corinna Liedtke) und der ARD Degeto (Redaktion: Birgit Titze).

Filmzitate

Texteinblendungen zu Beginn des Films:

Im September 1948 wurde in Bonn der Parlamentarische Rat zusammengerufen. Er hatte die Aufgabe das Grundgesetz zu erarbeiten. Die Anwältin Dr. Elisabeth Selbert war eine von vier weiblichen Abgeordneten des Rates.

Erzählerin (VO) am Ende des Films:

Elisabeth Selbert wurde trotz ihres historischen Erfolges nie von der SPD für den Bundestag vorgeschlagen. Sie zog sich aus der Politik zurück und arbeitete bis zu ihrem 85. Lebensjahr weiterhin als Familienrechtsanwältin in ihrer Heimatstadt Kassel. Die Neuformulierung des Gleichberechtigungsartikels hat sie stets als ihre persönliche Sternstunde empfunden. Erst ab 1957 wurden im BGB nach und nach die Bestimmungen aufgehoben, die am stärksten gegen Artikel 3 verstießen. Bis 1977 brauchten Frauen das Einverständnis ihrer Ehemänner, wenn sie einer beruflichen Tätigkeit nachgehen wollten. 1980 wird der Anspruch auf gleiches Entgelt bei Männern und Frauen im BGB festgeschrieben. 1993 wird mit Heide Simonis erstmals eine Frau Ministerpräsidentin eines deutschen Bundeslandes. Erst 12 Jahre später, im Jahre 2005, bekommt Deutschland mit Angela Merkel die erste Bundeskanzlerin. 2014 verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt immer noch 22 Prozent weniger als Männer. Für 2016 hat der Deutsche Bundestag die Einführung einer Frauenquote von 30 Prozent für börsennotierte Unternehmen beschlossen.

Webtipps

Zu Elisabeth Selbert und den anderen Müttern des Grundgesetzes:

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