Filmplakat

Ein Dorf sieht schwarz (Bildnachweis: Prokino)© Prokino

Ein Dorf sieht schwarz

Stab und Besetzung

Originaltitel: Bienvenue à Marly-Gomont. Kinostart: 20.04.2017 (DE). Verleih: Prokino Filmverleih (DE). Länge: 93:47 Min. (24 fps (FSK)). FSK: ohne Altersbeschränkung. FBW: -

Regie: Julien Rambaldi. Drehbuch: Julien Rambaldi, Benoît Graffin & Kamini Zantoko. Kamera: Yannick Ressigeac. Schnitt: Stephane Pereira. Szenenbild: Alain Veissier (Décors). Kostümbild: Emmanuelle Youchnovski. Maskenbild: Françoise Quilichini (Maquillage), Antonella Prestigiacomo (Coiffure). Musik: Emmanuel Rambaldi. Ton: Dominique Warnier, Paul Heymans, Olivier Mortier, Luc Thomas (Son). Spezialeffekte: Okivier de Laveleye (SFX). Visuelle Effekte: Alain Carsoux (Directeur des effets visuels).

Darsteller: Marc Zinga (Seyolo), Aïssa Maïga (Anne), Bayron Lebli (Kamini enfant) Médina Diarra (Sivi enfant), Jean-Benoît Ugeux (Le maire), Rufus (Jean), Jonathan Lambert (Lavigne) [in der Reihenfolge der Titelsequenz], Kamini Zantoko (Voix off Kamini adulte) u.a.

Inhalt

Kurzinhalt (Presseheft):

Frankreich 1975: Seyolo Zantoko ist Arzt und stammt aus dem Kongo. Als er einen Job in einem kleinen Kaff nördlich von Paris angeboten bekommt, beschließt er, mit seiner Familie umzuziehen. Sie erwarten Pariser Stadtleben, treffen aber auf Dorfbewohner, die zum ersten Mal in ihrem Leben einem afrikanischen Arzt begegnen und alles tun, um den "Exoten" das Leben schwer zu machen. Aber wer mutig seine Heimat verlassen hat und einen Neuanfang in einem fremden Land wagt, lässt sich so leicht nicht unterkriegen...

Quelle: Prokino Filmverleih (Presseheft) [PDF]

Herr K. meint ...

Zu diesem Film habe ich ein ausführliches Film-Heft für das Institut für Kino und Filmkultur (IKF) geschrieben, das Sie im Bereich "Veröffentlichungen" als PDF-Datei herunterladen können.

Filmzitate

Die Schlussworte des Erzählers am Ende des Films:

Kamini (off): Ich weiß nich', ob unser Stück damals den Ausschlag gab. Aber wenn es so war, finde ich es nur gerecht, wenn Kinder auch mal ihren Eltern helfen. Kurz darauf wurde die Gemeinde von Marly aktiv. Sie reichten eine Petition ein, Doktor Seyolo Zantoko die französische Staatsbürgerschaft zu verleihen. Und so blieben wir in Marly. Schon bald musste mein Vater eine Sekretärin einstellen. Und nicht irgendeine. Meine Mutter hatte sich schnell eingelebt. Zu ihr kam man sogar ohne Termin. Sie hatte allerdings ihre spezielle Art, die Patienten zu binden und ihren Chef zu motivieren. Meine Eltern blieben ihr Leben lang Marly treu. Und ob wohl mein Vater meine Mutter jede Nacht vom Schlafen abhielt, wurden sie mit der Zeit unzertrennlich. Wie mein Vater und seine Patienten, die er bis zu seinem letzten Tag behandelte. Als alle seine Patienten zu seiner Beerdigung kamen, war es, als hätte mein Vater ihnen allen den gleichen Termin gegeben. Dieser letzte Termin bewies, was er immer gewollt und was sich in Liebe verwandelt hatte. Eine einfache Liebe, die sagte, dass wir hier zuhause waren.

Texttafeln am Ende des Films:

Seyolo starb am 30.08.2009 bei einem Autounfall. 2008 erhielt er das Verdienstkreuz der Picardie. / Anne verwirklichte ihren Traum und zog nach Brüssel in die Nähe ihrer Cousinen und Cousins. / Sivi und Kamini wählten beide einen medizinischen Beruf. Sivi arbeitet in Brüssel. Kamini lebt in Lille und ist heute Humorist und Musiker. 2006 machte er das Dorf seiner Kindheit durch seinen Internet-Rap-Hit "Marly-Gomont" berühmt. [Anm. (MMK): Das Lied ist im Abspann zu hören.]

Altersfreigabe im Vergleich

  • DE: Freigegeben ohne Altersbeschränkung [Prüf-Nr. 166162/K].

FSK (Freigabebegründung):

Komödie über einen jungen Arzt aus dem Kongo, der in den 1970er Jahren mit seiner Familie in ein französisches Dorf kommt. Seiner Hautfarbe wegen stößt er dort auf manchen Vorbehalt, lässt aber in seinen Bemühungen, Teil der Gemeinschaft zu werden, nicht locker. Der Film ist weitgehend ruhig erzählt und entfaltet humorvoll und einfühlsam sein Plädoyer für Integration und Zusammenhalt. Die Charakterzeichnung unterscheidet klar in positiv und negativ, die Kinderfiguren bieten dabei auch sehr jungen Zuschauern Identifikationsmöglichkeiten. Einzelne konflikthafte Szenen werden schnell und klar aufgelöst. Da die Atmosphäre auch insgesamt von Helligkeit und Harmonie geprägt ist, können bereits Kinder im Vorschulalter den Film ohne Beeinträchtigung verarbeiten, auch wenn sich ihnen noch nicht alle Aspekte erschließen.

Quelle: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) [Zugriff: 21.04.17]