Listen, Listen, Listen

Geht Ihnen dieser Slogan "Die besten Filme aller Zeiten" auch so auf die Nerven? Ein offensichtlicher Vorwand, um irgendwelche eingekauften Filme zum x-ten Male abzunudeln... Aber die dahinterstehenden grundsätzlichen Fragen sind natürlich interessant: Was unterscheidet einen guten von einem schlechten Film? Gibt es Filme, die "besser" als andere sind? Unter welchen Gesichtspunkten? Und wer fällt diese Urteile nach welchen Kriterien?

Im Bereich "Listen, Listen, Listen" habe ich für Sie zahlreiche dieser Bestenlisten verschiedener Einrichtungen und Personen zusammengestellt, die zumindest als Anregung zur Sichtung quer durch die Filmgeschichte dienen können:

In vielen Listen finden sich die üblichen Verdächtigen auf den vorderen Plätzen (siehe stellvertretend die TOP-15 unten): zum Beispiel Citizen Kane oder Vertigo, der nicht zu meinen Lieblingsfilmen von Hitchcock gehört. (Falls es Sie interessiert: Ich gebe Das Fenster zum Hof, Psycho und Der unsichtbare Dritte den Vorzug). Aber vielleicht hat die "Schwindel"-Vorliebe ja auch mit den Obsessionen älterer Manner zu tun...

Vielen dieser Listen wird übrigens "Eurozentrismus" vorgeworfen. Diesem Vorwurf entgehen manche Listen, indem sie sich auf nationale Produktionen beschränken (z.B. die 100 größten amerikanischen Filme, die 100 wichtigsten deutschen Filme). Rangfolgen, also nummerierten Listen, wird zudem mangelnde Transparenz in Bezug auf die Kriterien vorgeworfen. Was ist am erstplatzierten Film "besser" als an dem auf Platz 100?

Cahiers du cinéma: TOP-15 von 100

  • Citizen Kane (Orson Welles)
  • Die Nacht des Jägers (Charles Laughton)
  • Die Spielregel (Jean Renoir)
  • Sonnenaufgang (Friedrich Wilhelm Murnau)
  • L'Atalante (Jean Vigo)
  • M (Fritz Lang)
  • Singin' in the Rain (Gene Kelly)
  • Vertigo (Alfred Hitchcock)
  • Kinder des Olymp (Marcel Carné)
  • Der schwarze Falke (John Ford)
  • Gier (Erich von Stroheim)
  • Rio Bravo (Howard Hawks)
  • Sein oder Nichtsein (Ernst Lubitsch)
  • Die Reise nach Tokyo (Yasujiro Ozu)
  • Die Verachtung (Jean-Luc Godard)

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Paul Schrader: TOP-15 von 60

  • Die Spielregel (Jean Renoir)
  • Die Reise nach Tokyo (Yasujiro Ozu)
  • Lichter der Großstadt (Charles Chaplin)
  • Pickpocket (Robert Bresson)
  • Metropolis (Fritz Lang)
  • Citizen Kane (Orson Welles)
  • Orphée (Jean Cocteau)
  • Masculin - Feminin (Jean-Luc Godard)
  • Persona (Ingmar Bergman)
  • Vertigo (Alfred Hitchcock)
  • Sonnenaufgang (Friedrich Wilhelm Murnau)
  • Der schwarze Falke (Howard Hawks)
  • Die Falschspielerin (Preston Sturges)
  • Der große Irrtum (Bernardo Bertolucci)
  • Achteinhalb (Federico Fellini)

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