Alfred Eisenstaedt: V-Day (© Time-Life Syndication, New York)© Time-Life Syndication

Kuss-Projekt: Verbales Vorspiel

Kuß von Dichtern als Reim auf Genuß erfundenes Wort. Bedeutet vermutlich ganz allgemein eine Art Ritus oder Zeremonie, verbunden mit gutem gegenseitigen Verstehen. Die genaue Art der Ausübung ist diesem Lexigraphen allerdings unbekannt." (Ambrose Bierce, Des Teufels Wörterbuch)

Geneigte Leserin, geneigter Leser,

die vorliegende Anthologie ist Bestandteil eines seit längerem von mir gehegten Projekts zum Thema "Kuss" in der Kunst, in dem neben wissenschaftlicher Literatur zum Thema (ja, auch das gibt es) vor allem — mehr oder weniger — "literarische Lippenbekenntnisse" gesammelt werden.

Zur Vorgeschichte

Angefangen hat alles eigentlich schon zu Weihnachten 1991, als ich an meiner Diplomarbeit zum Hohelied schrieb — eine weitgehend vernachlässigte Sammlung von erotischen und Liebesgedichten im Alten Testament (vgl. Kleinschmidt 1992: "Eßt, Freunde, trinkt, und berauscht euch an der Liebe!" [Hld 5,1] — Das Hohelied und seine Impulse für die Sexualpädagogik). Angeregt durch Lutz Görners Hörbuch "Erotische Lyrik" beschloss ich, allen Freunden eine Kopie der Kassette und der Texte zu schenken. Beim Stöbern in den einschlägigen Anthologien stieß ich dabei auf einige Gedichte, die sich vor allem dem Kuss widmeten. Und schon begann ich, eine Sammlung anzulegen...

Zum Aufbau

Die vorliegende Anthologie umfasst Gedichte aus mehreren Jahrhunderten. Selbstverständlich ist diese Sammlung nicht als repräsentativer Querschnitt zu verstehen, sondern vielmehr als ganz persönliche, damit auch völlig subjektive und vorläufige Zusammenstellung meiner Lieblingstexte. Auf eine thematische Ordnung unter systematischen Gesichtspunkten wurde verzichtet. Daher war diese Anthologie — auch schon äußerlich erkennbar — ursprünglich als Loseblattsammlung angelegt, die nach Belieben neu angeordnet und auf Wunsch auch ergänzt werden konnte.

Zum Gebrauch

Diese Zusammenstellung hat einen ganz offenkundigen Nachteil: Sie muss gelesen werden. Suchen Sie sich daher einen lieben Menschen und bitten Sie ihn, Ihnen die Texte laut vorzulesen! Und sollten diese Texte auf Sie in irgendeiner Weise anregend wirken, lassen Sie den Worten Taten folgen. Viel Spaß dabei!

Michael M. Kleinschmidt


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